Interview mit Klaus Scholbeck,
Experte für modernes Vergütungsmanagement

Herr Scholbeck, wir treffen Sie gerade nach Ihrem Vortrag über wertsteigernde Vergütungssysteme. Wir haben den Eindruck, dass Sie viele interessierte Zuhörer hatten.
Ja, in der Tat. Es freut mich, wenn bei meinen Vorträgen ein reger Dialog entsteht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen viele Impulse mit nach Hause nehmen, um ihr Vergütungsmanagement so zu gestalten, damit ein Mehrwert entsteht.

Sie sprechen häufig von wertsteigernder Vergütung und Kostenoptimierung. Was ist darunter zu verstehen?
Für jedes Unternehmen ist Wachstum und stetige Verbesserung des Ertrages zum Überleben sehr wichtig. Das bedeutet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die dazu beitragen, einen Mehrwert zu erwirtschaften auch dementsprechend leistungsorientiert am Erfolg beteiligt werden sollen. Viele Unternehmen wissen nicht, ob sie anforderungs- und marktgerechte Grundgehälter bezahlen. Bezahlen Sie ihre Leistungsträger zu wenig oder zahlen sie sogar zuviel?

Wie sieht das konkret aus?
Geld ist auf lange Sicht kein alleiniger Motivator, schafft aber bei einem Ungleichgewicht bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern enorme Unzufriedenheit und hat damit negative Auswirkungen auf die Leistung. Zur Erreichung einer relativen Gehaltsgerechtigkeit müssen zunächst die Grundgehälter anforderungs- und marktgerecht gestaltet sein. Ebenso muss meines Erachtens bei Gehaltserhöhungen die Leistung sehr wohl eine Rolle spielen. Leistungsträger müssen im Verhältnis mehr verdienen.  Eine variable Vergütung muss die Messung von betriebswirtschaftlichen Vorgaben beinhalten. Ebenso beeinflussen Betriebsklima, gelebte Unternehmenskultur und vor allem der Umgang mit den Kunden meinen Auftritt und Erfolg als Unternehmen im Markt. Auch diese Werte müssen bei einer variablen Vergütung berücksichtigt werden.

Der Leistungsanteil wird nur dann bezahlt, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Leistung zur wirtschaftlichen Wertsteigerung des Unternehmens beigetragen haben. Ohne diesen Ansatz, besteht die Tendenz stetig weiter ansteigender Prämienausschüttungen. Dadurch erhöht sich die Gefahr, die Steuerungsfunktion zu verlieren.

Wie messen Sie Wert und Werte?
Bei der Festlegung der Grundgehälter ist meines Erachtens eine gerechte Methode die Arbeitsbewertung, die Bildung von Gehaltsbändern sowie der Vergleich zum externen Markt, wobei bei der Ausgestaltung bestehende Tarifeingruppierungen zu berücksichtigen sind. Diese Instrumente -richtig eingesetzt - schaffen Transparenz und Gerechtigkeit.

Zur Bemessung der Leistung bieten sich z.B. die Balanced Scorecard, Zielvereinbarungen, die Beurteilung nach bestimmten Kriterien oder auch die Mischform dieser genannten Instrumente an. Die Ergebnisse fließen dann in ein Prämiensystem, das kalkulierbar, wertsteigernd und betriebswirtschaftlich sinnvoll sein muss. Da Prämienzahlungen in letzter Zeit immer mehr in den Fokus der Presse geraten sind, ist es wichtig, diese Prämien so zu gestalten, dass sie auch das Attribut der Nachhaltigkeit entfalten.

Sie sprachen gerade neben der Nachhaltigkeit auch die Transparenz an. Ist damit gemeint, dass die Gehälter transparent für jeden offen gelegt werden?
Durchaus nicht! Transparenz muss für die Unternehmensleitung und für die Personalabteilungen gegeben sein. Ich muss pro aktiv erkennen, ob Schieflagen bei der Vergütung im Unternehmen auftreten. Ich muss stets den Überblick haben, ob einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bestimmte Bereiche, Leistungsträger, High Potentials richtig bezahlt werden. Werden für gleiche Arbeit und Leistung die gleichen Gehälter bezahlt? Auch hier stehen Unternehmen aufgrund des Gleichstellungsgesetzes sehr schnell am Pranger. Meine Devise ist: Falls ich die Gehälter am sogenannten „Schwarze Brett“ veröffentlichen würde, müsste jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter nicken und sagen: „Jawohl, ich bin im Vergleich zu den Anderen gerecht bezahlt.“ Mit den richtigen Instrumenten durchaus im Bereich des Möglichen.

Ist das gesamte Procedere nicht sehr aufwendig?
Mittlerweile nicht mehr. Für kleinere  und mittlere Unternehmen kann ich schnelle und gute Lösungen bereitstellen. Dank meiner Expertise gewinnen Sie Zeit und erhalten die Sicherheit, dass unsere Systeme funktionieren. Bei größeren Unternehmen kann ich je nach Wunsch der Tiefe sehr gute Software Tools anbieten. Unsere Tools sind übrigens zusammen mit der ETH in Zürich entwickelt worden; sie sind also wissenschaftlich fundiert und werden seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Was bieten Sie konkret als Unterstützung, wovon profitieren die Unternehmen?
Insbesondere mittelständische Unternehmen stellen sich im Bereich Vergütungsmanagement mancherlei Fragen. Welche Systeme und Instrumente helfen konkret einen betriebswirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen? Wie sorge ich als Unternehmen für Transparenz und Nachhaltigkeit bei meinem Vergütungsmanagement? Wie begegne ich der Demografie und wie kann ich meine Attraktivität am Markt steigern? Wie führe ich eine neue Vergütungsstrategie ein? Wie kann ich bei der Organisation und Administration im Vergütungsmanagement Zeit sparen?

Oft sind es aber auch die kleineren Fragestellungen, die gelöst werden wollen. Wie kann ich meine Sozialleistungen kostengünstig gestalten? Wie bekomme ich durch meinen Außendienst zu einem höheren Umsatz? Wie kann ich im Bereich x oder y nachvollziehbare Messgrößen einführen? Sind die Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen in diesem oder jenem Bereich richtig bezahlt?

Hier biete ich ausführlichen Beratungsservice, ob in den kleineren oder in den größeren Fragestellungen. Ich verstehe mich als Partner der Geschäftsleitungen und Personalabteilungen und möchte sie in allen Bereichen des Vergütungsmanagements – schnell, konsequent und einfach mit Rat und Tat zu Seite stehen und unterstützen.

Vielen Dank für diese Einblicke. Dürfen wir noch Persönliches über Sie erfahren?
Selbstverständlich gerne. Ich bin 62 Jahre alt, lebe seit langem in einer festen Partnerschaft und habe drei erwachsene Töchter. Ich bin seit über 30 Jahren als HR Profi in verschiedenen Branchen als Personalleiter und Experte im Vergütungsmanagement tätig. In der Freizeit reise und fotografiere ich leidenschaftlich gerne.

Mein Motto im Arbeitsleben lautet: „Schaffen Sie mehr Wert.“

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen und viel Erfolg bei Ihrer Aufgabe.